Nachfolgeberatung
Teil von Leitfaden zur Auswahl der Nachfolgeberatung: Kriterien und Kosten
5 Kostenarten der Nachfolgeberatung: Stundensätze, Pauschalen, Fördermittel
Kosten der Nachfolgeberatung: fünf Kostenarten mit Beispielbeträgen, Unterschied zwischen netto und MwSt. sowie Förderprogramme von BMWK, IHK und KfW.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Stundensätze liegen meist zwischen 120 und 250 Euro netto, spezialisierte Berater rechnen bis 350 Euro ab.
- Pauschalen reichen von 250 Euro für ein Erstgespräch bis 25.000 Euro für die Begleitung bis zum Vertrag.
- Auf jedes Honorar kommen 19 Prozent Umsatzsteuer, Förderprogramme rechnen mit Nettobeträgen.
- Zuschüsse bieten das BMWK-Programm, einzelne IHKs und Länderprogramme, Kredite die KfW.
- Der Förderantrag muss vor der Auftragserteilung eingehen, sonst entfällt der Zuschuss.
Fünf Kostenarten mit Beispielbeträgen
Diese fünf Posten prägen die Rechnung. Sie lassen sich einzeln kalkulieren.
- Stundensatz: 120 bis 250 Euro netto, bei spezialisierten Beratern bis 350 Euro.
- Tagessatz: 900 bis 2.000 Euro netto, bei großen Beratungshäusern auch mehr.
- Pauschale: 250 bis 1.500 Euro für das Erstgespräch, 3.000 bis 25.000 Euro für die Begleitung.
- Erfolgshonorar: 3 bis 8 Prozent des Kaufpreises, häufig mit vereinbarter Mindestvergütung.
- Nebenkosten: 1.500 bis 10.000 Euro für ein externes Wertgutachten, dazu Notar- und Vertragskosten.
Die genannten Beträge sind Beispielspannen. Verbindlich ist das individuelle Angebot.
Stundensätze und Tagessätze
Der Stundensatz ist das häufigste Modell. Er passt, wenn der Umfang der Beratung offen ist.
Steuerberater und kleinere Kanzleien mit Nachfolgeschwerpunkt starten bei 120 Euro netto. Beratungen mit Transaktionserfahrung liegen bei 200 bis 250 Euro netto je Stunde. Für Bewertungs- oder Steuerfragen sind 300 Euro und mehr üblich.
Eine Nachfolgeberatung umfasst je nach Betrieb 20 bis 80 Beraterstunden. Bei 180 Euro netto ergibt das 3.600 bis 14.400 Euro.
Tagessätze bündeln acht Arbeitsstunden und liegen bei 900 bis 2.000 Euro netto. Wer ein Kontingent kauft, erhält oft einen Abschlag.
Klären Sie vorab, ob Reisezeiten, Telefonate und E-Mails vergütet werden.
Pauschalen, Gutachten und Erfolgshonorar
Pauschalen schaffen Planungssicherheit. Ein Erstgespräch kostet meist 250 bis 1.500 Euro, bei Nachfolgesprechtagen der IHK oft nichts.
Für die Begleitung von der Bewertung bis zur Vertragsunterschrift nennen Berater Festpreise zwischen 8.000 und 25.000 Euro netto. Der Preis hängt von Mitarbeiterzahl, Immobilien und Regulierungsaufwand ab.
Ein Erfolgshonorar von drei bis acht Prozent des Kaufpreises ist bei Vermittlungen verbreitet. Bei 250.000 Euro Kaufpreis sind das 7.500 bis 20.000 Euro. Klären Sie, ob zusätzlich Stundensätze abgerechnet werden.
Externe Wertgutachten kosten je nach Verfahren und Betriebsgröße 1.500 bis 10.000 Euro. Vergleichszahlen zu Branchen, Umsätzen und Größenklassen liefert das Statistische Unternehmensregister des Statistischen Bundesamtes.
Rechenbeispiel: netto, brutto und Förderanteil
Beispielrechnung mit einer Pauschale von 12.000 Euro netto:
- Honorar netto: 12.000 Euro
- Umsatzsteuer: 2.280 Euro
- Rechnungsbetrag brutto: 14.280 Euro
- Zuschuss von 50 Prozent auf netto: 6.000 Euro
- Eigenanteil nach Zuschuss: 6.000 Euro netto plus 2.280 Euro Umsatzsteuer
Förderfähig sind nur Nettobeträge. Die Umsatzsteuer zahlt der Auftraggeber zusätzlich. Vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen holen sie über die Umsatzsteuererklärung zurück.
Fördermittel: BMWK, IHK und KfW
Der Bund bündelt seine Angebote zur Unternehmensnachfolge auf den Seiten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. Wichtigste Säule für Beratungskosten ist die Förderung unternehmerischen Know-hows.
Gefördert werden bis zu 50 Prozent des Honorars, in Ostdeutschland bis zu 80 Prozent. Je Vorhaben gilt ein Höchstbetrag, den die Richtlinie festlegt.
Viele IHKs bieten kostenlose Erstgespräche und Nachfolgesprechtage. Einzelne Kammern bezuschussen den Einsatz externer Berater. Die Konditionen unterscheiden sich von Region zu Region, Auskunft gibt die IHK vor Ort.
Die KfW finanziert Beratungshonorare und Kaufpreis über Förderkredite für Gründung und Nachfolge. Der Antrag muss vor der Auftragserteilung beim Bewilligungsgeber eingehen. Nachträglich gestellte Anträge werden abgelehnt.
Häufige Fragen
Was kostet eine Nachfolgeberatung insgesamt?
Für ein Erstgespräch zahlen Sie 250 bis 1.500 Euro netto. Eine vollständige Begleitung kostet 8.000 bis 25.000 Euro netto. Hinzu kommen 19 Prozent Umsatzsteuer und Nebenkosten.
Wie hoch ist der Zuschuss des Bundes?
Das Programm fördert bis zur Hälfte des Beraterhonorars, in Ostdeutschland bis zu 80 Prozent. Die Förderung ist je Vorhaben gedeckelt und bezieht sich auf Nettobeträge.
Zahlt die IHK einen Zuschuss?
Viele IHKs beraten kostenlos und vermitteln Nachfolgemoderatoren. Zuschüsse zu externen Beraterhonoraren sind regional unterschiedlich geregelt.
Ist die Umsatzsteuer erstattungsfähig?
Unternehmen mit Vorsteuerabzug holen die Umsatzsteuer zurück. Ohne Vorsteuerabzug bleibt sie ein Kostenfaktor und wird nicht gefördert.
Bis wann muss ich den Antrag stellen?
Vor der Auftragserteilung an den Berater. Nachträglich gestellte Anträge sind ausgeschlossen.