Bewertungsvorbereitung
Teil von Unternehmensbewertung erstellen: Ertragswert, Umsatzverfahren und Marktvergleich
5 Posten der Unternehmensbewertung: Gutachter, Software, Daten
Kosten der Unternehmensbewertung: fünf Posten mit Beispielbeträgen, Netto- und MwSt.-Angaben sowie konkreten Gutachtern, Software und Datenquellen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Fünf Posten tragen die Rechnung: Gutachten, Datenaufbereitung, Software, Datenbeschaffung, Nebenkosten.
- Netto liegen die Kosten für kleine Betriebe meist zwischen 2.000 und 15.000 Euro.
- Bekannte Adressen: IHK-Sachverständige, Gutachterausschüsse, DATEV, Bundesanzeiger, Creditreform.
- Auf umsatzsteuerpflichtige Leistungen kommen 19 Prozent Umsatzsteuer.
- Einfache Fälle starten bei rund 3.000 Euro netto, komplexe Fälle über 15.000 Euro netto.
Die fünf Posten mit Anbietern und Spannen
| Posten | Anbieter oder Quelle | Spanne netto |
|---|---|---|
| 1. Gutachten | IHK-Sachverständige, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer | 2.500 bis 12.000 Euro |
| 2. Software | Excel, LibreOffice Calc, Fachprogramme | 0 bis 1.500 Euro |
| 3. Daten | Bundesanzeiger, Creditreform, Statista, Destatis | 100 bis 800 Euro |
| 4. Datenaufbereitung | Steuerberater, Kanzleisoftware | 800 bis 3.500 Euro |
| 5. Nebenkosten | Termine, Zwischenbericht, Bankabstimmung | 500 bis 2.000 Euro |
Alle Beträge sind Beispielwerte ohne Umsatzsteuer, keine Listenpreise. Der stärkste Treiber ist die Betriebsgröße. Ein Handwerksbetrieb mit fünf Mitarbeitern ist in wenigen Stunden bewertet. Eine GmbH mit Lager und mehreren Standorten braucht ein Vielfaches.
Gutachter: IHK-Sachverständige und Gutachterausschüsse
Das Gutachten ist der größte Posten. Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige der IHK, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer rechnen nach Stunden ab. Beispielwerte liegen bei 100 bis 250 Euro netto je Stunde, Wirtschaftsprüfer rechnen eher 200 bis 350 Euro netto.
Ein Ertragswertgutachten für einen Betrieb mit 300.000 Euro Jahresumsatz kostet häufig 3.000 bis 6.000 Euro netto. Verkäufer und Käufer beauftragen oft getrennt, zwei Gutachten kosten doppelt. Als Methodik hat sich der Standard IDW S1 des Instituts der Wirtschaftsprüfer durchgesetzt.
Enthält der Betrieb eine Immobilie, hilft der Gutachterausschuss für Grundstückswerte. Diese Ausschüsse führen Kaufpreissammlungen und veröffentlichen Bodenrichtwerte, in Nordrhein-Westfalen etwa im Portal BORIS-NRW. Ein Bodenrichtwert ersetzt kein Unternehmensgutachten, deckt den Immobilienteil aber günstiger ab.
Wie der Veräußerungsgewinn besteuert wird und wie der Kaufpreis auf die Wirtschaftsgüter verteilt werden darf, steht in § 16 EStG. Die Regelung betrifft Verkäufer und Käufer.
Software: Excel, Vorlagen und Fachprogramme
Software ist der kleinste Posten, die Spanne ist groß. Kostenlose Vorlagen in Excel oder LibreOffice Calc reichen für einen einfachen Ertragswert. Jahreslizenzen von Fachprogrammen kosten 300 bis 1.200 Euro netto, ein Einmalkauf 500 bis 1.500 Euro netto.
Eine Lizenz ersetzt kein Gutachten. Sie dokumentiert Annahmen und rechnet Szenarien, die der Gutachter prüft.
Daten: Creditreform, Statista, Bodenrichtwerte
Daten kommen oft separat dazu. Eine Bonitätsauskunft von Creditreform kostet 20 bis 60 Euro netto je Abfrage. Branchenreports von Statista oder Vergleichszahlen der Statistischen Ämter liegen bei 100 bis 500 Euro netto.
Bodenrichtwerte stellen die Länderportale teils kostenfrei, teils gegen Gebühr bereit. Jahresabschlüsse im Bundesanzeiger und im Unternehmensregister sind kostenfrei abrufbar.
Datenaufbereitung durch den Steuerberater
Kleine Betriebe liefern selten prüffähige Zahlen. Der Steuerberater bereinigt die BWA, korrigiert Familienlöhne, Privatentnahmen und Einmalerlöse. Rechenbasis sind Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang nach HGB. Kanzleisoftware wie DATEV oder Addison liefert die Zahlen, die Aufbereitung bleibt Handarbeit.
Der Aufwand liegt bei 10 bis 25 Stunden zu 80 bis 140 Euro netto, also 800 bis 3.500 Euro netto. Vollständig sortierte Unterlagen verkürzen diesen Posten spürbar. Jede fehlende Rechnung erzeugt Rückfragen, jede Rückfrage kostet Zeit.
Rechenbeispiel: 6.300 Euro netto, 7.497 Euro brutto
Ein Verkaufsgutachten für einen Handwerksbetrieb mit acht Mitarbeitern:
- Gutachten: 3.500 Euro netto
- Datenaufbereitung: 1.200 Euro netto
- Software-Lizenz: 500 Euro netto
- Datenbeschaffung: 300 Euro netto
- Nebenkosten: 800 Euro netto
Summe: 6.300 Euro netto. Umsatzsteuer 19 Prozent: 1.197 Euro. Gesamtbetrag: 7.497 Euro brutto. Wer vorsteuerabzugsberechtigt ist, holt die Umsatzsteuer zurück, Privatkäufer zahlen sie endgültig.
Förderung und Nebenkosten
Nebenkosten entstehen für Termine, Zwischenbericht und die Abstimmung mit der Bank: 500 bis 2.000 Euro netto. Bedingungen und Höhen der Länderprogramme listet die Förderdatenbank des Bundes nach Bundesland und Vorhaben.
Förderkredite und Zuschüsse der KfW für Gründung und Nachfolge finanzieren Kauf und Beratung. Ob die Bewertung förderfähig ist, klärt die Bank im Einzelfall. Zuschüsse werden häufig erst nach Vorlage der Rechnung ausgezahlt.
Häufige Fragen
Was kostet eine Unternehmensbewertung für einen Kleinbetrieb?
Ein schlankes Gutachten liegt bei 2.000 bis 6.000 Euro netto. Mit Datenaufbereitung, Software und Nebenkosten werden daraus 5.000 bis 9.000 Euro netto.
Fällt auf die Bewertung Umsatzsteuer an?
Ja. Umsatzsteuerpflichtige Gutachten und Beratungen tragen 19 Prozent. Unternehmen ziehen die Beträge als Vorsteuer ab, Privatpersonen nicht.
Welche Unterlagen senken die Kosten?
Jahresabschlüsse der letzten drei Jahre, BWA, Anlagenverzeichnis, Miet- und Arbeitsverträge, Kundenliste. Vollständige Zahlen verkürzen die Gutachterstunden.
Wer trägt welche Kosten?
Beim Verkauf zahlt meist der Verkäufer das Verkaufsgutachten, der Käufer die eigene Prüfung. Die Aufteilung steht im Kaufvertrag.
Wie viele Angebote sollte ich einholen?
Drei Angebote reichen für einen Vergleich. Verglichen werden Stundensatz, geschätzter Aufwand, Abrechnung der Datenbeschaffung und die Zahl der Bewertungsstichtage.