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Teil von Betrieb kaufen: Due Diligence, Kaufvertrag und Finanzierung
Finanzierung beim Betriebskauf: KfW, Hausbank, Beteiligungskapital im Vergleich
Finanzierung beim Betriebskauf im Vergleich: Konditionen, Eigenkapital und Ansprechpartner von KfW-Programmen, Hausbankkrediten und Beteiligungskapital.
Das Wichtigste auf einen Blick
- KfW-Förderkredite laufen immer über die Hausbank, nie direkt an den Käufer.
- Der ERP-Gründerkredit StartGeld reicht bis 125.000 Euro je Vorhaben, der ERP-Gründerkredit Universell bis 25 Millionen Euro.
- Hausbankdarlehen verlangen in der Praxis 20 bis 30 Prozent Eigenkapital des Kaufpreises.
- Beteiligungskapital der Landesgesellschaften zählt wirtschaftlich zum Eigenkapital und wird meist nicht besichert.
- Förderanträge müssen vor Vorhabenbeginn bei der Bank liegen.
KfW-Programme: Förderung über die Hausbank
Die KfW vergibt Mittelstandsdarlehen nicht direkt. Der Käufer stellt den Antrag bei seiner Hausbank, die KfW refinanziert das Darlehen und übernimmt einen Teil des Ausfallrisikos. Dieses Durchleitungsprinzip gilt für alle Förderkredite der Bank. Eine Übersicht bietet die Seite KfW-Programme für Gründung und Nachfolge.
Für Betriebsübernahmen sind zwei Produkte zentral. Der ERP-Gründerkredit StartGeld deckt Vorhaben bis 125.000 Euro. Der ERP-Gründerkredit Universell reicht bis 25 Millionen Euro und trägt damit auch größere Kaufpreise. Laufzeiten, Zinsbindungen und Tilgungsfreijahre stehen im Programmmerkblatt, das die Hausbank ausgibt.
Beim StartGeld stellt die KfW die Hausbank von 80 Prozent des Kreditrisikos frei. Die Bank trägt mindestens 20 Prozent selbst und prüft deshalb streng. Ohne Hausbankzusage gibt es keine Förderung.
Für Modernisierung und Erweiterung nach dem Kauf kommen die KfW-Programme für Investitionen und Wachstum in Frage. Der Antrag muss vor Vorhabenbeginn bei der Bank liegen. Wer vorher unterschreibt, verliert den Förderanspruch.
Hausbankkredit: Eigenkapital und Sicherheiten entscheiden
Der klassische Betriebskaufkredit ist ein Darlehen ohne Förderbezug. Der Firmenkundenbetreuer bewertet Ertragskraft, Branche, Kaufpreis und Sicherheiten. Üblich sind Grundschulden auf Immobilien, Sicherungsübereignungen von Maschinen und Fahrzeugen sowie Forderungsabtretungen. Für Warenlager und Löhne dient zusätzlich ein Kontokorrentkredit.
Eigenkapital verlangen Banken in der Praxis zwischen 20 und 30 Prozent des Kaufpreises. Wer weniger einbringt, erhält entweder keinen Kredit oder einen Risikoaufschlag beim Zinssatz. Bearbeitungsgebühren und Bereitstellungszinsen sind Verhandlungssache.
Die Laufzeit liegt meist zwischen fünf und zehn Jahren. Tilgungsfreie Anlaufjahre erhöhen die Belastung am Laufzeitende. Das Bundeswirtschaftsministerium beschreibt Förder- und Beratungswege in seinem Überblick zur Unternehmensnachfolge.
Beteiligungskapital: stille Beteiligungen der Landesgesellschaften
Beteiligungskapital für kleine Betriebe kommt meist von den Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften der Länder. Sie beteiligen sich still, typischerweise für fünf bis zehn Jahre. Der Käufer bleibt alleiniger Gesellschafter und behält die Entscheidungsgewalt.
Die Einlage ist nachrangig. Bedient werden zuerst Hausbank und Förderbank, danach die Beteiligungsgesellschaft. Im Gegenzug verlangt sie eine laufende Vergütung und einen Anteil am Gewinn. Stimmrechte und Grundschulden werden nicht verlangt, eine persönliche Selbstauskunft schon. Welche Gesellschaft in welchem Bundesland tätig ist, listet die Förderdatenbank des Bundes.
In der Bilanz verbessert die stille Beteiligung die wirtschaftliche Eigenkapitalquote. Das senkt das Risiko der Hausbank für den Restkaufpreis. Ergänzend übernehmen Bürgschaftsbanken der Länder Ausfallbürgschaften, wenn Sicherheiten fehlen.
Die drei Wege im direkten Vergleich
| Kriterium | KfW-Förderkredit | Hausbankkredit | Beteiligungskapital |
|---|---|---|---|
| Eigenkapital | von der KfW nicht vorgegeben | 20 bis 30 Prozent üblich | kein Eigenkapital, Selbstauskunft nötig |
| Sicherheiten | Hausbank trägt 20 Prozent Risiko | Grundschuld, Sicherungsübereignung | nachrangig, meist unbesichert |
| Kosten | Zins je nach Bonität, Bankgebühr | Zins, Bereitstellungszinsen | feste Vergütung plus Gewinnanteil |
| Ansprechpartner | Firmenkundenbetreuer der Hausbank | Firmenkundenbetreuer | Beteiligungsmanager der Landesgesellschaft |
| Laufzeit | laut Programmmerkblatt | fünf bis zehn Jahre | fünf bis zehn Jahre |
Beispielrechnung für einen Kaufpreis von 600.000 Euro
Angenommen werden 600.000 Euro Kaufpreis, 30.000 Euro Nebenkosten und 100.000 Euro Startliquidität. Der Bedarf liegt damit bei 730.000 Euro. Der Käufer bringt 150.000 Euro Eigenkapital ein, 125.000 Euro kommen als ERP-Gründerkredit StartGeld über die Hausbank, 375.000 Euro als normales Hausbankdarlehen. Eine stille Beteiligung von 80.000 Euro schließt die Lücke. Die Beispielrechnung ist gerundet und stellt kein Angebot dar.
Weil die stille Beteiligung nachrangig bedient wird, rechnet die Bank sie zur wirtschaftlichen Eigenkapitalquote. Zusammen mit dem Eigenkapital sind das rund 32 Prozent des Finanzierungsbedarfs. Dieser Puffer verbessert den Zinssatz für das Hausbankdarlehen.
Checkliste für das Bankgespräch
- Jahresabschlüsse der letzten drei Jahre und die BWA des laufenden Jahres
- Kaufvertragsentwurf, Unternehmensbewertung und Investitionsplan
- Liquiditätsplan für die ersten zwölf Monate
- Nachweise über Eigenkapital und bestehende Verpflichtungen
- Liste der Sicherheiten: Immobilien, Maschinen, Lebensversicherungen
Häufige Fragen
Vergibt die KfW Kredite direkt an Käufer?
Nein. Der Antrag läuft immer über die Hausbank. Die KfW refinanziert das Darlehen und stellt die Bank teilweise von der Haftung frei.
Wie viel Eigenkapital verlangt die Hausbank?
In der Praxis 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises. Förderkredit und Beteiligungskapital senken den Anteil, weil sie das Risiko der Bank verringern.
Zählt eine stille Beteiligung als Eigenkapital?
Wirtschaftlich ja, rechtlich bleibt sie Fremdkapital. Banken rechnen sie zur wirtschaftlichen Eigenkapitalquote, weil sie nachrangig bedient wird.
Wann ist Beteiligungskapital sinnvoll?
Wenn Sicherheiten fehlen oder der Verkäufer einen hohen Kaufpreis verlangt. Der Preis ist die Gewinnbeteiligung, die bei guter Ertragslage über dem Bankzins liegen kann.